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© Lebenshilfe Passau
Die Lebenshilfe Passau

Geschichte

Rückblick auf 50 Jahre Lebenshilfe in Passau

Das 1. Jahrzehnt – Gründung, Aufbau, 1. Rückschläge

1967
Gründungsversammlung der „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e.V.“ am 11. September im Passauer Peschlkeller – 19 stimmberechtigte Mitglieder wählen zur ersten Vorstandschaft: Robert Schmid (Vorsitzender), Stadtoberschulrat a. D. Anton Schmidinger (Stellvertreter), Josef Mitterreiter (Kassier), Irmgard Bock (Schriftführerin) sowie als Beisitzer: Gerichtsrat Kühberger, Sonderschullehrer Lemberger, Kinderarzt Dr. Grünberger, Dipl.-Psychologin Henriette Altmann und Max Prager. Zielsetzung: Errichtung einer Behindertenwerkstätte.

1968
Auf Wunsch der Lebenshilfe richtet die Caritas im Kindergarten an der Vogelweiderstraße eine Gruppe für geistig behinderte Kinder ein. Die Mitglieder der Lebenshilfe bauen Spielgeräte für den Garten des Kindergartens.

1969
Planungen für die erste beschützte Werkstätte in Niederbayern für Behinderte: Die Hefefabrik Wieninger verpachtet einen alten Bauernhof in Rittsteig an die Lebenshilfe. Die „Aktion Sorgenkind“ übergibt den ersten VW-Bus an die Lebenshilfe.

1970
Der Erlös einer Altkleidersammlung und viel handwerkliche Eigenleistung bilden den Eigenanteil für die beschützende Werkstatt. Am 2. November beginnen 8 Behinderte mit der Arbeit für Siemens, Stahlgruber und die optischen Werke.

1974
In nur wenigen Jahren ist die Zahl der Beschäftigten auf 50 angewachsen. Dies und der Bau der Autobahn machen einen Neubau notwendig. Alles scheint geklärt, dann bekommt aber der Caritasverband den Zuschlag für den Bau einer Behindertenwerkstätte mit 150 Plätzen. Eine herbe Niederlage für den noch jungen Verein. Eine Neuorientierung ist notwendig. Man einigt sich mit der Caritas: Die Lebenshilfe soll Wohnheime betreiben. Bürgermeister Hans Hösl  ist der erste Präsident der Lebenshilfe. Der heute  bekannte Kabarettist Bruno Jonas ist erster Zivildienstleistender bei der Lebenshilfe.

1976
Die Mitgliederversammlung beschließt einstimmig ein Wohnheim zu errichten.
Das Vorhaben gestaltet sich nicht so einfach. Die Stadt Passau  bietet zwei Häuser in Zieglreuth zum Kauf an, um dort ein Behindertenwohnheim zu errichten. Dies scheitert am Widerstand der Bewohner.  Am 15. September schließt die „beschützende Werkstatt“ der Lebenshilfe.

Das 2. Jahrzehnt – Neuorientierung, Wohneinrichtungen entstehen

1977
Anni Simmeth vererbt der Lebenshilfe ein Grundstück mit  9155 Quadratmetern  und Bargeld für den Bau eines Wohnheimes an der B 12 in Passau-Kastenreuth. Ihr Vermächtnis ebnet den Weg für das erste Wohnheim der Lebenshilfe für geistig behinderte Menschen.

1979
Spatenstich für den Wohnheimbau in Passau-Kastenreuth.

1981
Die ersten 34 Bewohner ziehen am 1.April in das Anni-Simmeth-Wohnheim ein. Beate Kainberger wird erste Heimleiterin.

1985
Die Nachfrage nach Wohnheimplätzen steigt. Ein weiterer Neubau ist für das Nachbargrundstück in Kastenreuth in Planung. Die Aktion Sorgenkind unterstützt den Kauf eines Einfamilienhauses in der Holzmannstraße 17 in Passau. Acht Bewohner beziehen die erste Außenwohngruppe.

1986
Baubeginn für den Erweiterungsbau des Anni-Simmeth-Wohnheims. Robert Schmid tritt zum Jahresende als 1. Vorsitzender zurück.

Das 3. Jahrzehnt – Erweiterung des Angebots, Gründung des FeD, Ausweitung Wohnen

1987
Anton Schmidinger stirbt am 25. März. Neuer Vorsitzender wird Dietmar Stegmann, sein Stellvertreter wird Gründungsvorsitzender Robert Schmid. Der „familienentlastender Dienst (FED)“ nimmt seine Arbeit auf. Geistig Behinderte werden in ihren Familien stundenweise betreut. Das schafft Entlastung für die pflegenden Angehörigen.

1988
Einweihung der Wohnheimerweiterung in Kastenreuth am 21. März.  Die Bewohner wählen den ersten Heimbeirat.

1989
Die Stadt Passau bietet ein Grundstück in Passau-Rittsteig zum Kauf an, um ein weiteres Wohnheim zu errichten. Erste Überlegungen laufen. Robert Schmid erhält für seine Verdienste um die Lebenshilfe das Bundesverdienstkreuz am Bande.

1991
Dietmar Stegmann tritt als Vorsitzender zurück. Die Mitgliederversammlung wählt Franz Staudinger zum Vorsitzenden und Erwin Ortanderl zum Stellvertreter. Das differenzierte Wohnangebot der Lebenshilfe wird um das „Betreute Wohnen“ erweitert. Eine Wohnung wird hierfür im Stadtteil Heining angemietet.

1992
Der für 20. April geplante Spatenstich für den Wohnheimneubau in Rittsteig scheitert am Protest eines Bauträgers, der in der Nachbarschaft Wohnhäuser errichtet. Am 25. Juli feiert die Lebenshilfe ihr 25-jähriges Bestehen.

1993
Mit einjähriger Verzögerung erfolgt der Baubeginn des zweiten Wohnheims am 15. März.

1994
Mit dem Einzug von 36 Behinderten in das neu gebaute Anton-Schmidinger-Wohnheim, betreibt die Lebenshilfe nun insgesamt zwei Wohnheime, eine Außenwohngruppe und betreutes Wohnen. Franz Staudinger tritt als Vorsitzender zurück. Erwin Ortanderl ist sein Nachfolger, Kunibert Korsch übernimmt den Stellvertreterposten.

1995
Personelle Veränderungen sind notwendig, um einen reibungslosen Geschäftsbetrieb zu gewährleisten. Als 1. Geschäftsführer wird der Sozialpädagoge Josef Bauer eingestellt.

Das 4. Jahrzehnt – Weitere Expansion, finanzielle und wirtschaftliche Krise, Konsolidierung

1997
Das Arbeitsprojekt für psychisch kranke Menschen beginnt unter dem Titel „Helping Hands“.

1999
Psychisch kranke Menschen finden zukünftig in Passau-Patriching/Eck 3 im Tageszentrum Hilfe und Beschäftigungsangebote. Ein Wohnheim für schwerst-mehrfach behinderte Menschen ist in Planung.

2000
Die GGP (Grundstücksverwertungsgesellschaft Passau) baut in Kastenreuth ein Wohnpflegeheim mit Förderstätte. Die Lebenshilfe mietet die Räume an. Im Dezember ziehen die ersten Bewohner ein. Bei der Mitgliederversammlung stellen sich der langjährige Präsident Hans Hösl und der stellvertretende Vorsitzende Kunibert Korsch nicht mehr zur Wahl. Als Präsident folgt der 2. Bürgermeister Jürgen Dupper, als stellvertretender Vorsitzender wird Horst Matschiner gewählt.

2001
Josef Bauer verlässt als Geschäftsführer die Lebenshilfe. Sein Nachfolger heißt Thomas Hofbrückl. Die erhoffte  Belegung für das Wohnpflegeheim bleibt leider aus: eine finanzielle und wirtschaftliche Krise zeichnet sich ab. Die Eltern eines Bewohners, Ursula und Ulrich Ellwein, gründen die Thomas-Ellwein-Stiftung zur Unterstützung der von der Lebenshilfe Passau betreuten Menschen mit Behinderung.
2002
Vorstandschaft und Geschäftsführer erarbeiten ein Sanierungskonzept mit folgenden Maßnahmen: Schließung der „Selbsthilfefirma“ Helping Hands, Verlegung des Tageszentrums für psychisch kranke Menschen von Patriching in die Innenstadt, Anpassung der Platzzahl und damit des Tagessatzes im Anni-Simmeth-Wohnheim, Bezuschussung für den Kauf des Wohnpflegeheims gelingt aufgrund enger Zusammenarbeit zwischen Politik, Verantwortlichen der Lebenshilfe und beteiligten Banken und Kostenträgern. Alle eteiligten tragen das Sanierungskonzept mit.

2003
Wahl einer neuen Vorstandschaft: Horst Matschiner (1. Vorsitzender), Helmut Preuß (2. Vorsitzender). Der Passauer Schlagerstar Vivian Lindt gibt ein Benefizkonzert für die Lebenshilfe – mehrere Künstler beteiligen sich an diesem Konzertabend.

2004
Das Anton-Schmidinger-Wohnheim feiert 10-jähriges Bestehen.

2005
Zur Eröffnung der Kanzlei Binder + Partner lädt diese zu einem klassischen Konzert nach Freudenhain ein. Der Erlös ist für die Lebenshilfe bestimmt.

2006
Die Mitgliederversammlung schenkt dem Vorsitzenden und der erweiternden Vorstandschaft erneut ihr Vertrauen. Die Sanierungsmaßnahmen greifen. Das Anni-Simmeth-Wohnheim feiert 25. Geburtstag.

5. Jahrzehnt – Anpassung und Erweiterung der Einrichtungen an gestiegene Anforderungen

2007
40 Jahre Lebenshilfe, 20 Jahre FED: Es wird gefeiert. Benefizabend mit den Passauer Saudiandln, Kabarettist Markus Großmann, Musicatastropha und Theater brut im Rahmen des Passauer Eulenspiegelfestivals am 5. Juli. 500 Besucher erleben einen tollen Abend zu Gunsten der Lebenshilfe. Zum offiziellen Festakt in der Passauer Redoute kommt die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags und Landesvorsitzende der Lebenshilfe, Barbara Stamm. Altbsichof Franz Xaver Eder zelebriert am Totensonntag, 18. November, gemeinsam mit Pfarrer Josef Krumbachner in Passau-Grubweg einen Gottesdienst zum 40-jährigen Bestehen der Lebenshilfe.

2009
Auszug von 13 Bewohnerinnen und Bewohnern ins leere Maierhofspital in der Innenstadt. Anschließend Beginn des Umbaus des Anni-Simmeth-Wohnheims. Frau Sissi Geyer wird als stellvertr. Vorsitzende neu gewählt.

2010
Neue Förderrichtlinien der „Offenen Behindertenarbeit (OBA)“ machen es möglich, dass insgesamt 4,8 Planstellen für die Leitung und Organisation der Einrichtung besetzt werden können.
Fertigstellung des Umbaus, Wiedereinzug und Einweihung des von Grund auf sanierten Anni-Simmeth-Wohnheims. Jedes Zimmer hat eine Nasszelle bekommen und die gesamte Einrichtung ist barrierefrei.

2011
Erste Überlegungen und Planungen für den Bau eines Wohnheims in Vilshofen. Ein neues Betreuungskonzept wird erarbeitet. Für die OBA wird das „Haus Forellenklause“ in Tiefenbach angemietet. Genutzt wird die Forellenklause für die Tagesbetreuung von Kindern und Jugendlichen, sowie Angebote der Freizeitmaßnahmen. Das Tageszentrum zieht in neue, größere Räumlichkeiten in der Passauer Innstraße.

2012
Einige Stadträte in Vilshofen halten den Standort für das geplante Wohnheim für falsch. Es entwickelt sich eine rege Berichterstattung in der örtlichen Presse. Der Stadtrat stimmt aber mit großer Mehrheit für den Bau. Das Grundstück in der Kapuzinerstraße wird gekauft. Die erwarteten Fördermittel werden in diesem Jahr nicht genehmigt. Mit Hilfe von örtlichen Mandatsträgern gelingt es eine Förderung für 2013 zu erreichen.

2013
Baubeginn des neuen Wohnhauses in Vilshofen. Parallel dazu finden Infoveranstaltungen für potentielle Bewohner und Suche nach geeignetem Personal statt. Ebenso laufen Bemühungen um eine Lösung zu finden, damit in der Forellenklause Kurzzeitpflege angeboten werden kann. Ebenfalls im Bereich der Offenen Hilfen wird mit dem „Betreuten Wohnen in Gastfamilien (BWF)“ eine neue, ambulante Wohnform in Niederbayern erstmals angeboten.

2014
Die langjährige Bereichsleiterin im Annie Simmeth Wohnheim, Jana Kaltenborn, wechselt in das neue gebaute Heim nach Vilshofen.   Sandra Seemann wird nun neue Bereichsleiterin in Kastenreuth.
Im Mai wird mit dem Bezirk eine Leistungs- und Vergütungsvereinbarung für die Forellenklause abgeschlossen. Damit können die Angehörigen nun auch das Budget der Pflegekasse für Kurzzeitpflege verwenden.
Im September ziehen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in das neue Wohnhaus in Vilshofen ein.

2015
Im Mai übernimmt der bisherige QM-Beauftragte, Markus Übelhör, die Bereichsleitung für das Anton-Schmidinger-Wohnheim, die Außenwohngruppen und das ambulant unterstützte Wohnen in Passau-Rittsteig.
In Vilshofen füllt sich das Haus,im September sind es bereits 18 Bewohner. 

2016
Sanierung und Erweiterung des Anton-Schmidinger-Wohnheims. Individuellere Wohnformen können zukünftig angeboten werden.
Planung eines Wohnhaus-Neubaus zur Erhöhung der Wohnqualität in Hauzenberg. Hiermit bleibt die Lebenshilfe Passau ihrem Grundsatz treu, im Sozialraum und heimatnah Wohnmöglichkeiten für ihre Klienten anzubieten.

6. Jahrzehnt: Erhaltung, Konsolidierung und weitere Ausweitung der bestehnden Einrichtungen

2017
Große Jubiläumsveranstaltung zum 50jährigen Bestehen der Lebenshilfe Passau mit der Landesvorsitzenden, Barbara Stamm, in der X-Point Halle in Passau. 

2018
Vorbereitungen für den Neubau in Hauzenberg. Die Ausschreibungsergebnisse liegen im Rahmen der Kostenschätzung. Der erweiterte Vorstand beschäftigt sich in einer Klausur mit den zukünftigen Entwicklungen des Vereins.

2019
Baubeginn für das neue Haus in Hauzenberg. Es soll im August 2020 fertiggestellt werden. Umstrukturierung der Verwaltung; ein Personalreferent wird eingestellt. Das Anton-Schmidinger-Wohnheim feiert sein 25-jähriges Bestehen mit einem großen Sommerfest.

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